Fehler, um den Erfolg eines Startups zu verhindern

ich möchte einen einfachen, schnell zu lesenden und sehr gelungenen Beitrag von Laurence McCahill unter dem Titel „10 ways you’ll probably f**k up your startup“ empfehlen. Der Titel suggeriert leider eine der üblichen Top-Ten Listen, die er vom Aufbau auch beinhaltet. Der Inhalt ist aber durchdacht und gut belegt.

Der werbeempfindliche Leser wird in den Belegen einen Hauch zuviel Eigenmarketing entdecken, was ich Laurence McCahill nachsehen würde, da er als professioneller Berater mit Spook Studio sein tägliches Brot mit diesen Themen verdient.

In der kürze führt er die folgenden zehn Punkte als Erfolgsverhinderer auf:

  1. Kein Ziel und keine Vision
    Ziele und Visionen sieht er als Generator einer großen Energie, die ein Unternehmen in eine Richtung zieht. Ohne diese treibt ein Startup mitunter in die eine oder ander Richtung. Schönstes Beispiel ist dabei Amazon mit der Vision “To be the earth’s most customer-centric company”
  2. Fehlender Fokus
    Startups ohne klaren Fokus tendieren dazu sich zuviel aufzuladen. Anstatt eine Sache richtig gut zu machen, machen sie vieles, dafür nur durchschnittlich.
  3. Design als zweiter Schritt
    anstatt sich Gedanken um den Nutzer zu machen, fokussieren sich viele Startups auf die Technik. Design wird als etwas gesehen, das im zweiten Schritt kommt.
  4. Machen was keiner braucht
    Die Frage nach dem Bedarf und damit nach dem Markt wird oft nicht oder zu spät gestellt.
  5. Nach Investoren suchen, nicht nach Kunden
    Ein leider sehr deutlicher Trend und in Aussagen wie „…wir haben das Produkt fertig und suchen ein Investment“. Es wird gerne vergessen, dass auch ein Investor nicht nach dem Produkt, sondern nach den daraus erwachsenden Geschäften und damit nach dem Kunden fragt.
  6. Zuviel reden – zu wenig zuhören
    Anstatt den Kunden zuzuhören und damit sein Geschäftsmodell zu schärfen wird sehr oft in missionarischer Manier dem Kunden erklärt wie die Welt sich dreht.
  7. Zu spät oder zu früh an den Markt gehen
    Viele Startups verbringen zuviel Zeit im geheimen mit Entwicklung. Ohne das Korrektiv der Kunden versuchen sie ein Produkt zu perfektionieren. Umgekehrt starten viele Startups mit nicht mehr als einer Idee (Vaporware) und können nicht in passender Zeit liefern.
  8. Nicht nach Unterstützung fragen
    Entrepreneure sind dickköpfig und gestehen sich nur ungern ein, nicht alles zu können. Zu wissen, in welchen Bereichen man Unterstützung braucht ist eine gute Voraussetzung, diesen Fehler zu umgehen.
  9. Fehlender Wachstumsplan
    Wie tritt man mit Kunden in Kontakt, wie erschliesst man den nächst größeren Markt, welches sind die Mittel des Marketings, das hier erfolg verspricht und wie wird man vertrieblich aktiv. Ein Startup sollte die Frage nach dem Umsatz von morgen beantworten können
  10. schlechtes Recruiting
    Startups, insbesondere solche mit einem Investor, tendieren dazu zu früh und zu unüberlegt in den Personalaufbau zu gehen. Es werden Mitarbeiter aquiriert, die falsch oder gar schlecht aufgestellt sind um den Bedürfnissen eines Startups zu genügen.