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Business Model Generation in der Praxis

Schon vor einiger Zeit habe ich den Business Model Generation Ansatz nach Osterwalder und Pigneur in einem kurzen Beitrag vorgestellt. Wenn ich das Alter der Methode mit dem alter des zugehörigen Buch gleichsetze, dann geht der Ansatz jetzt in sein viertes Lebensjahr. Zeit genug um sich als mächtiges Werkzeug oder als mächtigen Flop zu erweisen.

Um hier gleich zu Beginn ein Statement zu machen. Der Business Model Canvas ist eine geniale Idee, die in erster Linie durch Einfachheit überzeugt.

Hilfsmittel

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Die notwendigen Werkzeuge sind gering.

Zwingend notwendig sind:

  • Papier, wobei Größe hilft, aber nicht zwingend ist
  • Stifte – nach Möglichkeit in vielen Farben

Schön aber nicht essentiell sind:

  • noch mehr Papier als kleine Zettel, gern auch selbstklebend
  • Klebestreifen oder Klebestift, wenn keine selbstklebenden Zettel verfügbar waren

Letztendlich ist ein Block aber schon ausreichend, für eine kleinere Gruppe, die ein Geschäftsmodell erarbeiten möchte.

Rahmenbedingungen

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass Laptops, Handys und Tablets nur stören. Ein Raum, der groß genug ist, um sich zu bewegen ist immer von Vorteil, denn vielen Menschen geht es wie mir, dass Kreativität in die Beine geht. Nicht zu vergessen Licht – viel Licht, am besten echtes Tageslicht, das hält wach und regt die Phantasie an. Für das leibliche Wohl der Beteiligten sollte gesorgt sein, Süßes oder Obst für den Zuckerhaushalt, Kaffee, Tee, andere Getränke und bei längerer Dauer leichte Verpflegung.

Die Gruppe

  • heterogen
  • kommunikativ
  • rücksichtsvoll

Dies sind die drei Eigenschaften, die ich mir für ein BMG Session wünsche. Heterogen sorgt für eine große Ideenvielfalt. Kommunikativ ist die Grundvorausssetzung dafür, dass die Ideen fließen. Rücksichtsvoll steht dafür, dass die Gruppe nicht von einem Teilnehmer dominiert wird.

Der Ablauf

Bevor man den Ablauf eines Workshops plant, dessen Ergebnis ein gutes Geschäftsmodell sein soll lohnt es sich einen Blick auf das Cover des Buches Business Model Generation
zu werfen. Dort heißt es:

„You’re holding a handbook for visionaries, game changers, and challengers striving to defy outmoded business models and design tomorrow’s enterprises“

 Wer die Geschäftswelt neu erfinden möchte, sollte sich keinen zu engen Rahmen setzen, aber erkennen, an welchem Tag die Welt nicht neu erfunden wird. Es macht also keinen Sinn eine feste Agenda mit 15 Minutentakt und festen Pausen vorzugeben. Es reicht, eine Einführung in die Methode zu geben und ein Zeitlimit zu setzen. Eine Session sollte nicht zu lange sein. Nach meiner Erfahrung ist es besser zwei Termine anzusetzten und diese kürzer als einen Mammuttermin zu planen.

Der Start

Es ist hier mit Start die Eröffnung einer Session gemeint. Auch nicht die Einführung in die Methode sondern der Start des Models. Der Startpunkt ist wichtig, aber nicht immer derselbe.

Es gibt Geschäftsmodelle die von einem Wertversprechen (der Value Proposition) ausgehen, es ist also klar, welche Werte man schafft, aber noch nicht klar wie diese zum Kunden kommen und monetarisiert werden. Bei anderen Geschäftsmodellen gibt es Kunden über die ein neuer Wert geschaffen werden soll. Wenn der Startpunkt nicht klar ist hilft oft ein Brainstorming in der Gruppe nach dem Motto „was haben wir“.

Die Methode

Die Idee hinter Business Model Generation ist es, die Komplexität der Geschäftswelt auf einfache Bausteine zu reduzieren. Die Bausteine sollten dabei nicht als Wissenschaft verstanden werden sondern als Weg, eine einfache gemeinsame Sprache zu finden. Wenn sich eine Gruppe also entschließt, einen Business Model Canvas nach eigenem Wissen zu interpretieren, so ist dies ein Zeichen, dass „Game Changers“ am Werk sind.
Ein Beispiel dieser Freiheit ist die oft auftretende Frage, ob Marketing ein „Channel“ oder „Customer Relation“ im Sinne des Canvas sei. Darauf eine Antwort zu geben ist unmöglich, denn je nach Geschäftsmodell kann es unterschiedlich sein.

Die Methode sollte also nicht als Bauplan verstanden werden, sondern als Anregung für ein Vorgehen, das jederzeit durch die Gruppe modifiziert werden kann.

Fazit

Schon vor dem Business Model Canvas wurden gute Geschäftsideen erdacht. Es war aber definitiv schwerer dies in einer Gruppe zu tun.

 

 

Review – Startup Weekend Stuttgart

Das Wochenende vom 18-20 November stand in Stuttgart ganz im Zeichen der Unternehmensgründung. In den Räumen der Macromedia Akademie Stuttgart fand das Startup Weekend Stuttgart 2011 statt.

Mehr als 80 potentielle Unternehmensgründer hatten sich versammelt, um ein Wochenende lang ihre Ideen für neue Geschäftsmodelle mit der Hilfe von 13 Mentoren zu schärfen, auszuarbeiten und letztendlich vor sechs Juroren zu präsentieren. Der Gewinner durfte sich neben einem kleinen Preisgeld auf einen Trip

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