Startup Weekend Stuttgart (Twitter: #swstgt) – die Pitches

Der Höhepunkt eines echten Startup Weekend ist die Vorstellung der Ideen, die Pitches.

Das #SWSTGT glänzt in diesem Jahr mit verschiedenen Superlativen. 150 Teilnehmer konnten in 20 Teams ihre Ideen ausarbeiten. Betreut wurden diese von fast 20 Mentoren und der Pitch ist live im Internet zu sehen.

Die Leistungen des Teams kann man nicht genug hervorheben. Die Veranstaltung war durch die Bank gelungen.

 

Doch zum eigentlichen Highlight, den Pitches der Ideen.

Clovo

silent place für dein small business – verbindet die Suche nach Toiletten mit der Neuacquisition von Kunden. Der Toilettengang wird vom Kunden bezahlt und in einen Einkaufgutschein umgesetzt. Sozusagen sanifair für die Masse.

Spacy Space

Work Hard, Play Hard – wollen Arbeitsplätze mittels eines innovativen Raumkonzeptes in Orte des Wohlfühlens verwandeln. Die Umsetzung erfolgt innerhalb von 72h.

Dienstleistung Sofort

will Dienstleistungen zeitnah vermitteln. Die Vermittlung erfolgt direkt von der Website auf das Mobiltelefon des Dienstleisters. Die Abwicklung erfolgt

1.000.000 Founders

ist die Non-Profit Idee, eine Million Unternehmensgründer zusammenzubringen um die großen Probleme der Welt zu lösen.

Deeliva

Plant eine Instant Delivery Plattform für Drinks, Snacks, Kippen und Kondome. Die Lieferung erfolgt lokal Peer-to-Peer. Der Dienst konnte während dem Startup Weekend bereits in Anspruch genommen werden. Das Team von Deeliva hat mit der Idee bereits einen Preis von Google gewonnen, was die Stuttgarter Jury offensichtlich nicht verstehen wollte.

Virtual Q

virtualisiert das Schlangestehen in Clubs und bei Veranstaltungen. Das ganze wurde bereits im Rahmen einer prototypischen App umgesetzt.

Yacht-Con

vermittelt private Boote nach dem AirBnB Prinzip. Zusätzlich kann ein Interessent eine Boot mit Skipper finden wenn er nicht selbst segeln darf. Das ganze wohl demnächst am Bodensee.

InterCult

bietet interkulturelles Online Training – der Nutzer wird auf einen Auslandsaufenthalt durch interkulturelles Training gezielt vorbereitet.

MyProteinPower

möchte einen individuellen Designer für Proteindrinks liefern, der individuelle Proteinshake für spezielle Anwendungsfälle liefern kann. Die Drinks bekomme ich dann natürlich auch geliefert.

Fliegender Regenschirm

genannt Quadrolutions – hat wohl im Lauf der Arbeit festgestellt, dass sie mit Recycling von Vollholzmöbel unter dem Namen ReWooFu viel besser unterwegs sind.

HomeAbroad.co

ist die neue Plattform für internationale Studierende und die Vermittlung von Unterkünften für ebendiese Studenten.

 Unite for Paradise

eine Non-Profit Idee für Nachhaltigkeit, die gemeinsames virtuelles Arbeiten mit dem Ziel Nachhaltigkeit in Unternehmen durch Coaching zu fördern.

Big Mapper

lets you visualize knowledge in one place – dazu wird Big Mapper eine einfach zu navigierende Wissenslandkarte erstellt, die einfach zu navigieren ist. Interessant daran ist, dass die Gruppe ihre Präsentation bereits im eigenen Werkzeug halten konnten.

paylax

Payment über eine Treuhandlösung im Payment. Die Lösung soll dann greifen wo PayPal aufhört. Das Payment erfolgt über ein treuhänderisches Konto und sichert Käufer und Verkäufer gleichermaßen ab.

kvitto

archiviert Quittungen und Garantieleistungen für einen Konsumenten. Im Schadensfall übernimmt kvitto die Vermittlung des defekten Gerätes.

Running Mouse

The awesome Cat-And-Mouse Gaming Experience – ist entstanden auf der Basis der gescheiterten Idee, eine bestehende Spielidee neu zu vermarkten. Running Mouse ist die Umsetzung einer neuen Spieleidee als App.

Lunch Roulette

Mittagessen immer mit den selben Kollegen? Lunch Roulette schafft hier Abhilfe. Es sortiert auch dem Zufallsprinzip „Mitesser“ im Rahmen eines großen Unternehmens.

 Museo

Eine App, die in einem Museum den klassischen Museums-Audio-Guide ersetzt. Durch einen Chip am Exponat ist die App in der Lage das Exponat zu verorten und dem Besucher den entsprechenden Inhalt zum Exponat zu präsentieren.

 Roady

will individuelle Vans für Roadtrips in Europa bereitstellen. Es werden gebrauchte Vans zu einfachen Wohnmobilen umgebaut. Um daraus eine einzigartige Roadtriperfahrung zu machen erhält jeder Van einen Twitter Account, auf dem dieser seine Erlebnisse dokumentiert.

Schutz2Go

Die Nespresso Versicherungslösung – jedem Makler wird eine App zur Verfügung gestellt, die es ihm ermöglicht einfache, für einen Makler nicht lohnende Produkte mit zu vertreiben.

Alle meine Kleider

… sind in meiner App. Eine Kleiderschrank App die Fashion, Werbung und Nachhaltigkeit kombiniert. Ich inventarisiere damit meinen Kleiderschrank und bin in der Lage damit Outfits zu erstellen.

Die Gewinner

In der Kategorie beste Präsentation konnte Intercult über zeugen.

Der Designpreis geht an VirtualQ.

Die Best Online Wertung geht an Yachtcon.

Best B2B Idea wird an kvitto verliehen.

Es gibt einen außerordentliche Ehrung für Lunch Roulette, die diese Idee bei SAP in der Personalabteilung test pitchen können.

Der große Sieger ist VirtualQ – Gratulation!

Startup Weekend Stuttgart 2013 – Zwischenstand

stuttgart_v01Noch ist das Startup Weekend Stuttgart (#swstgt) am laufen, doch einen kurzer Zwischenstand ist schon angebracht.

Es haben sich 22 Teams aus 60 Ideen herauskristallisiert, die sich mit großem Ernst und viel Spaß in die Arbeit geworfen haben. Die Ideen reichen von Non Profit Organisationen bis zu B2B Mobil-Lösungen.

An Professionalität kann sich die Veranstaltung jederzeit mit professionellen Kongressen messen, mein Kompliment an die Veranstalter.

Business Model Generation in der Praxis

Schon vor einiger Zeit habe ich den Business Model Generation Ansatz nach Osterwalder und Pigneur in einem kurzen Beitrag vorgestellt. Wenn ich das Alter der Methode mit dem alter des zugehörigen Buch gleichsetze, dann geht der Ansatz jetzt in sein viertes Lebensjahr. Zeit genug um sich als mächtiges Werkzeug oder als mächtigen Flop zu erweisen.

Um hier gleich zu Beginn ein Statement zu machen. Der Business Model Canvas ist eine geniale Idee, die in erster Linie durch Einfachheit überzeugt.

Hilfsmittel

Die notwendigen Werkzeuge sind gering.

Zwingend notwendig sind:

  • Papier, wobei Größe hilft, aber nicht zwingend ist
  • Stifte – nach Möglichkeit in vielen Farben

Schön aber nicht essentiell sind:

  • noch mehr Papier als kleine Zettel, gern auch selbstklebend
  • Klebestreifen oder Klebestift, wenn keine selbstklebenden Zettel verfügbar waren

Letztendlich ist ein Block aber schon ausreichend, für eine kleinere Gruppe, die ein Geschäftsmodell erarbeiten möchte.

Rahmenbedingungen

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass Laptops, Handys und Tablets nur stören. Ein Raum, der groß genug ist, um sich zu bewegen ist immer von Vorteil, denn vielen Menschen geht es wie mir, dass Kreativität in die Beine geht. Nicht zu vergessen Licht – viel Licht, am besten echtes Tageslicht, das hält wach und regt die Phantasie an. Für das leibliche Wohl der Beteiligten sollte gesorgt sein, Süßes oder Obst für den Zuckerhaushalt, Kaffee, Tee, andere Getränke und bei längerer Dauer leichte Verpflegung.

Die Gruppe

  • heterogen
  • kommunikativ
  • rücksichtsvoll

Dies sind die drei Eigenschaften, die ich mir für ein BMG Session wünsche. Heterogen sorgt für eine große Ideenvielfalt. Kommunikativ ist die Grundvorausssetzung dafür, dass die Ideen fließen. Rücksichtsvoll steht dafür, dass die Gruppe nicht von einem Teilnehmer dominiert wird.

Der Ablauf

Bevor man den Ablauf eines Workshops plant, dessen Ergebnis ein gutes Geschäftsmodell sein soll lohnt es sich einen Blick auf das Cover des Buches Business Model Generation
zu werfen. Dort heißt es:

„You’re holding a handbook for visionaries, game changers, and challengers striving to defy outmoded business models and design tomorrow’s enterprises“

 Wer die Geschäftswelt neu erfinden möchte, sollte sich keinen zu engen Rahmen setzen, aber erkennen, an welchem Tag die Welt nicht neu erfunden wird. Es macht also keinen Sinn eine feste Agenda mit 15 Minutentakt und festen Pausen vorzugeben. Es reicht, eine Einführung in die Methode zu geben und ein Zeitlimit zu setzen. Eine Session sollte nicht zu lange sein. Nach meiner Erfahrung ist es besser zwei Termine anzusetzten und diese kürzer als einen Mammuttermin zu planen.

Der Start

Es ist hier mit Start die Eröffnung einer Session gemeint. Auch nicht die Einführung in die Methode sondern der Start des Models. Der Startpunkt ist wichtig, aber nicht immer derselbe.

Es gibt Geschäftsmodelle die von einem Wertversprechen (der Value Proposition) ausgehen, es ist also klar, welche Werte man schafft, aber noch nicht klar wie diese zum Kunden kommen und monetarisiert werden. Bei anderen Geschäftsmodellen gibt es Kunden über die ein neuer Wert geschaffen werden soll. Wenn der Startpunkt nicht klar ist hilft oft ein Brainstorming in der Gruppe nach dem Motto „was haben wir“.

Die Methode

Die Idee hinter Business Model Generation ist es, die Komplexität der Geschäftswelt auf einfache Bausteine zu reduzieren. Die Bausteine sollten dabei nicht als Wissenschaft verstanden werden sondern als Weg, eine einfache gemeinsame Sprache zu finden. Wenn sich eine Gruppe also entschließt, einen Business Model Canvas nach eigenem Wissen zu interpretieren, so ist dies ein Zeichen, dass „Game Changers“ am Werk sind.
Ein Beispiel dieser Freiheit ist die oft auftretende Frage, ob Marketing ein „Channel“ oder „Customer Relation“ im Sinne des Canvas sei. Darauf eine Antwort zu geben ist unmöglich, denn je nach Geschäftsmodell kann es unterschiedlich sein.

Die Methode sollte also nicht als Bauplan verstanden werden, sondern als Anregung für ein Vorgehen, das jederzeit durch die Gruppe modifiziert werden kann.

Fazit

Schon vor dem Business Model Canvas wurden gute Geschäftsideen erdacht. Es war aber definitiv schwerer dies in einer Gruppe zu tun.

 

 

Startup Weekend Stuttgart 22.-24. November 2013

Ende November treffen sich die Unternehmer von morgen wieder in Stuttgart. vom 22-24.November findet das Startup Weekend Stuttgart statt. Veranstaltungsort ist diesmal die Hochschule der Medien Stuttgart.

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Wie jedes Jahr, darf teilnehmen, wer eine Idee hat, die er in ein Unternehmen umsetzen möchte oder wer mit guten Einfällen eine Idee unterstützen möchte. Eine Besonderheit in diesem Jahr ist der spezielle B2B Slot. Ganz besonders freue ich mich als Mentor auf viele gute Ideen und den Austausch mit den Gründern in spe.